Landkreis Mecklenburgische SeenplatteMSE 22_05MSE 23_13MSE 24_24MSE 25_04MSE 25_05MSE 26_04

Mehr als die Hälfte des Regionalen Netzes RE.NE ist fertig

 

In Carpin sind die Bauarbeiten so weit fortgeschritten, dass in acht Wochen die ersten Haushalte im schnellsten Internet aus der Region surfen können.

„Momentan ist der Tiefbau in 81 Haushalten abgeschlossen“, informiert die Bauleitung der Landwerke MV Breitband GmbH. 123 Haushalte werden in den kommenden Wochen erschlossen. Kabelzugarbeiten sind bereits gestartet. Ein sogenanntes Signal bekommen die Carpiner aus dem benachbarten Projektgebiet Feldberg. Läuft alles wie geplant, sind die dazu nötigen Kabelzug- und Montagearbeiten auch in wenigen Wochen abgeschlossen.

Was die meisten Einwohner bereits entdeckt haben dürften, ist das mit Graffiti gestaltete Multifunktionsgehäuse am Eingang zum Nationalpark direkt an der Obstwiese. Dafür haben die Landwerke den Graffiti-Künstler Enrico Pense aus Greifswald engagiert. Gemeinsam mit der Gemeinde wurde das Motiv festgelegt. Wer es noch nicht gesehen hat, sollte einen Spaziergang dorthin machen.

Das Regionale Netz RE.NE der Landwerke MV Breitband GmbH wächst nicht nur in der Gemeinde Carpin mit den Ortsteilen Bergfeld, Carpin, Georgenhof, Goldenbaum, Thurow und Zinow. Mit der Region Woldegk hat zudem das erste Projektgebiet bis auf wenige Arbeiten ein fertiges Glasfasernetz. Insgesamt setzen die Landwerke in sieben Gebieten im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte den geförderten Glasfaserausbau um.

Im Mai 2020 wurde der symbolische Spatenstich in Woldegk gefeiert. Inzwischen sind dort mehr als 240 Kilometer Trasse gebaut. Spätestens Mitte des Jahres steht das Regionale Netz für jeden Haushalt im förderfähigen Gebiet zur Verfügung. Auch die Region der Feldberger Seenlandschaft wird noch in diesem Jahr das Netz in Betrieb nehmen. An der Schule in Feldberg wurde bereits mit der Inbetriebnahme der Bildungsstätte ein erster Auftakt im Februar dieses Jahres gefeiert. In der Region Wesenberg bis Möllenbeck mussten die Landwerke MV Breitband GmbH vor einigen Monaten eine der wohl größten Herausforderungen meistern. In Wesenberg ging es darum, Havel und Woblitz zu unterqueren, um unter dem Grund der Gewässer das Glasfasernetz zu verlegen. Zwischen der Region Mirow bis Schloen wurde mit der Bahnquerung eine weitere Herausforderung gemeistert. In der Region Demmin wurden Peene und Tollense überwunden, um einen wichtigen Ringschluss in andere Projektgebiete zu realisieren.

Die Stadtwerke Neustrelitz haben die Betriebsführung der Landwerke MV Breitband GmbH (einem Zusammenschluss der Stadtwerke Neustrelitz, Pasewalk, Malchow, Rostock und der WEMAG) übernommen. Dabei profitieren sie von den Erfahrungen der Stadtwerke beim Gasfaserausbau Strelix in der Residenzstadt Neustrelitz und den Ortsteilen. Dennoch ist der Breitbandausbau im Nordosten des Landes eines der größten Projekte für das 100prozentige Tochterunternehmen der Stadt Neustrelitz. Der geförderte Breitbandausbau in Mecklenburg-Vorpommern ist eines der größten Infrastrukturmaßnahmen nach dem Bau der Autobahn 20.

Insgesamt bauen die Landwerke MV Breitband GmbH in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Greifswald und Rostock ein etwa 4800 Kilometer umfassendes Glasfasernetz aus. Das entspricht zirka der Strecke von Neustrelitz nach Kairo. Derzeit sind rund 2000 Kilometer geschafft – von Neustrelitz bis kurz hinter Sofia in Bulgarien.

Um in den Fördergebieten so vielen Einwohnern wie möglich einen kostenlosen Hausanschluss zu ermöglich, muss das Einverständnis der Einwohner vorliegen. Damit dies kein Problem wird, sind in allen Ausbauregionen Mitarbeiter vor Ort, die in den Orten beratend den Einwohnern zur Seite stehen.

Hintergrund

Die Gesellschafter der Landwerke M-V Breitband GmbH (Stadtwerke Neustrelitz, Malchow, Pasewalk, Rostock und die WEMAG) sind angetreten, die Versorgung des Nordostens mit lebensnotwendigem schnellem Internet durch regionale Kraft gemeinsam voranzubringen. Unterstützt wird dieses Vorhaben durch den Bund, der den Breitbandausbau großzügig fördert. Dank der hochmodernen Glasfasertechnologie können Privatkunden und gewerbliche Kunden über Anschlüsse mit einem Datenvolumen von bis zu 1 Gbit/s verfügen. Die Glasfaser, die nach dem FTTH-Prinzip (Fibre to the Home) bis in die Häuser und Wohnungen verlegt wird, garantiert darüber hinaus einen Datentransfer ohne Verzögerung.

Grundsätzlich werden insbesondere solche Regionen unterstützt, in denen ein privatwirtschaftlicher Ausbau besonders unwirtschaftlich ist. Hierzu gehören zum Beispiel großflächige Gebiete mit geringer Einwohnerzahl.

Mit der Digitalen Agenda der Bundesregierung wurde der Ausbau von Breitband-Internet mit 50 MBit/s als Ziel für ganz Deutschland gesetzt. Förderfähig sind alle Anschlüsse an Gebäuden mit Wohn- und Nutzungseinheiten, die keinen Internetanschluss haben oder deren Bandbreite weniger als 30 Mbit/s beträgt.